Vancouver in 2 1/2 Tagen

Lang habt ihr von mir nichts mehr gehört und gelesen. Leider ist es im Leben, wie es halt immer ist. Vermeintlich wichtigere Dinge schieben sich in den Vordergrund. Aber nun bin ich zurück, zurück mit einer der schönsten Reisen unseres Lebens. Ein wahrlich schöner Roadtrip durch Kanada, von Vancouver nach Calgary, mehr als 2400 km liegen nun vor uns und eines kann ich mit Sicherheit sagen, das Wetter war für Anfang Mai einfach wunderbar, lediglich ein halber Tag war etwas verregnet. Starten werden wir in Vancouver.

Nach einem gestrichenen KLM Flug von Frankfurt nach Amsterdam und einer Nacht voller Ungewissheit wurden wir freundlicherweise auf einen Flug mit Air Canada nach Calgary ab Frankfurt umgebucht. Der Flug im Dreamliner mit priority boarding war ganz OK. Wir starteten pünktlich und landeten nach 9:30h in Calgary. Die Einreise erfolgte problemlos, die Beamten arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip wie die US Kollegen. Viele Fragen stellen, ohne Emotion. Nach 4 Stunden Aufenthalt in Calgary und diversen Getränken erfolgte unser Weiterflug nach Vancouver. Die 1 ½ h über die Canadian Rockys habe ich verschlafen, soll aber schön gewesen sein. Auch unser Gepäck kam pünktlich mit uns in Vancouver an. Vom Flughafen aus führte uns der Weg mit dem Taxi nach Downtown, unser Hotel befand sich in Höhe des Stadions und der Robson Street. Der Fahrpreis ist angemessen, ca 37$ für die Fahrt ist wirklich in Ordnung. Nach dem Check-in und dem Prüfen der Zimmer waren wir noch etwas hungrig. Wir besuchten eine der zahlreichen Sportsbars rund um unser Hotel. Das Essen war typisch Nord Amerikanisch und vom Geschmack her auch OK. Jetzt ab ins Bett.

Nach der ersten Nacht machten wir uns zu Fuß auf die Stadt zu erkunden. Zunächst besuchten wir einen Coffeshop und befriedigten unseren Appetit mit einem kleinen Frühstück und einem hervorragendem Latte Machiatto. Entlang der Robson Street schlenderten wir in Richtung Stanley Park. Die Park Anlage bietet Entspannung, Kultur, viele Fotomotive und für alle sportlich begeisterten jede Menge Auslauf. Im Park wir ganz viel Wert auf Sauberkeit gelegt, die Wege sind Top, die Bänke sauber und die Grünflächen sind gut gepflegt.

Die Totems der First Nations sind wirklich beeindruckend, sie sind alles andere als ein „Marterpfahl“. Die Totems sind mehr oder weniger Familienbücher, sie zeigen, wer man ist, wo man ist und was man macht.

Nach einem anstrengendem Rundweg durch den Stanley Park hatten wir uns eine Mittagessen redlich verdient, bei Burger, Meeresfrüchten und eisgekühltem Weißwein ließen wir uns treiben in den ersten Eindrücken der Stadt. Der Blick über die Marina, die schneebedeckten Gipfel und den Park versprachen eine großartige Reise.

Nach dem ausgiebigen Lunch zog es uns weiter in Richtung Innenstadt. Vorbei an Yachten, die größer waren als manche Häuser in den Vororten, vorbei an gut gepflegten Blumenbeeten und vorbei an dem wirklich riesigem Kreuzfahrtterminal gingen wir in Richtung Gastown. Mehr und mehr schmerzten uns die Füße, dennoch trieb uns die Zeit vor sich her. Die 2 Tage Vancouver waren ja auch wirklich knapp. Pünktlich 16:00 Uhr erreichten wir die wahrscheinlich einzige Uhr auf der Welt die mit Wasserdampf betrieben wird. Ein wunderschönes Schauspiel und das nicht nur für die Augen, nein auch für die Ohren.

Wir schlenderten weiter durch die Altstadt bis wir an diesem Abend kapitulierten. Wir zogen uns in einen der zahlreichen Pubs in Gastown zurück und reflektierten den vergangenen Tag. Bei der Reflektion stellten wir fest, dass wir trotz 21 gelaufener Kilometer scheinbar zu wenig besichtigt hatten. Aus dieser Konsequenz heraus beschlossen wir beim Abendessen in China Town am nächsten Tag ein der beliebten Hop on Hop off Touren zu machen.

Gesagt getan. Wir kauften nach unserem Frühstück bei Starbucks die Tickets für die Tour. Die Tour sollte uns noch einmal an all die Orte führen, an denen wir schon gewesen sind. Wir starteten in der Robson Street mit der „Garden Route“, die Reise führte uns an bekannte Orte, Chinatown, Gastown, Kreuzfahrtterminal und natürlich auch in den Stanley Park. Diesen sahen wir an diesem Tag allerdings von einer anderen Seite, entlang der Straßen, die durch den Park führten sahen wir den westlichen Teil mit dem Lions Gate und den wunderschönen Stränden. Unsere erste und mehr oder weniger einzige Station auf der Route war Grainville. Hier mitten in der Stadt aber auch schon etwas außerhalb hat sich ein Foodmarkt entwickelt, der an Qualität seines gleichen sucht.

Wer uns kennt, weiß, dass wir riesige Fans der Markthalle 9 in Berlin Kreuzberg sind, aber was da in Vancouver entstanden ist, Respekt. Von Suppenbars über Bäckerrein, Obst und Gemüse Lieferanten bis hin zum Fleischer hier ist alles zu finden. Die Waren werden in ausgesprochen hoher Qualität und Güte präsentiert und verkauft. Um einen Snack kommt man hier nicht herum. Wir entschieden uns für mehrere wahre Kalorienbomben, eine der Bäckerrein war unsere. Mit Blick auf die wachsende Stadt war dies eine willkommene Pause.

Wer keine Lust auf Essen und Getränke hat der (kann) in Grainville Market viele große und kleine Kunstgewerbe Geschäfte besuchen. Es werden nicht nur die typischen touristischen Massenartikel verkauft, nein auch kleine handgemachte Dinge von Künstlern und Ureinwohnern. Zum Abschluss eines traumhaften Tages besuchten wir noch eine neu entstandene Craft Beer Brauerei. Dieser für Deutschland dank seines Reinheitsgebotes noch etwas neuer Trend ist in Kanada gang und gäbe. Fast jeder noch so kleine Ort hat in der Zwischenzeit eine Mikrobrauerei. Die Biere die meist aromatisiert und in verschiedenen Filtrations Stufen serviert worden sind ausgesprochen köstlich. Es gibt Sorten die auf die klangvollen Namen „Raspberry Summer Ale“, „Special brown IPA“ oder traditional „German Weizen“ hören. In fast allen Brauerein kann man die Biere in kleine Tastings probieren, auch die angebotenen Speisen sind überaus köstlich und von hoher Qualität.

Ab Grainville Market nutzten wir wieder die Garden Route des Vancouver Hop on Hop off Anbieters. Der Weg führte uns abermals durch China Town und den Gas Light District zum Cruise Ship Terminal. Der letzte Punkt auf unserer Agenda für den letzten Tag war die Besichtigung des Fernsehturms in Vancouver. In der Vorabend Dämmerung wirkt die Stadt noch bezaubernder, als sie ohnehin schon ist. Der Blick führt einen vom Hafen über die Stadt bis hin zu den Olympic Mountains im US Bundesstaat Washington. Ein unbedingtes Muss in Vancouver und mit 17$ durchaus erschwinglich.

Am letzten Abend unseres Aufenthaltes in Vancouver gönnten wir uns etwas ganz besonderes. Nach 2 Stunden ausgedehntem Shopping in Vancouvers City Mall machten wir uns auf in ein absolut angesagtes Restaurant in Vancouver. Wir besuchten das Devil’s Ellbow, eines der neuen „hippen“ Restaurants der Stadt. Neben hausgemachtem Bier werden hier köstliche gesmokte Fleischgerichte angeboten und eines kann ich sagen, die Rippchen sind ein Traum. Das Fleisch fällt locker vom Knochen und Rub und Sauce passen exzellent zum Schweinefleisch. Alle Gerichte, die wir in diesem Restaurant probierten waren von ausgesprochen guter Qualität. Eine wirklich gute Trip Advisor Empfehlung. Satt und zufrieden machten wir uns auf den Weg in unser Hotel.

Am Morgen ging es dann in Richtung Victoria auf nach „Vancouver Island“. Dem stand nur noch eine Sache im Wege. Wir mussten zurück zum Flughafen, wo unser Mietwagen auf uns wartete. Also auf zum Airport, wieder mit dem Taxi, egal man hat nur einmal Urlaub. Gebucht hatten wir einen Minivan mit 7 Sitzen damit wir genug Platz haben für Koffer und Einkäufe. Was wir dann bekamen verschlug uns fast die Sprache. Der Manager des Vermieters hatte mitbekommen, dass wir auf dem Weg nach Calgary sind und fragte uns, ob wir Lust hätten ein Auto zurück nach Calgary zu fahren. Er zeigte auf einen Premium SUV mit reichlich Platz und einem 400PS V8 Motor. Wir stimmten ganz leise zu und sagten ok denn das Upgrade war kostenfrei. Nun aber los zur Fähre und auf nach Victoria, wäre da nicht noch das Vancouver Outlet Center auf dem Weg. Aber das ist eine andere Geschichte.

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2 Kommentare

  1. Hallo Daniel,
    es macht mir immer wieder Freude von Deinen Reisen zu lesen und die dazugehörigen wunderschönen Bilder anzusehen. Ich fühl mich dann immer als wäre ich dabei gewesen.

    Vielen Dank dafür

    LG
    Rainer

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